Beförderungsbedingungen

ALLGEMEINE BEDINGUNGEN

FÜR DIE BEFÖRDERUNG VON FLUGGÄSTEN UND GEPÄCK

DER

POLNISCHEN FLUGLINIEN LOT S.A.

herausgegeben auf Grund von Art. 205 Abs. 3 des Gesetzes vom 3. Juli 2002
Flugrecht (Gesetzblatt 02.130.1112)
 

INHALT
 

  • Artikel 1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
  • Artikel 2 ANWENDUNGSBEREICH
  • Artikel 3 FLUGSCHEIN
  • Artikel 4 FLUGUNTERBRECHUNGEN
  • Artikel 5 FLUGPREISE UND GEBÜHREN
  • Artikel 6 BUCHUNGEN
  • Artikel 7 FLUGGASTANNAHME
  • Artikel 8 ABLEHNUNG, EINSCHRÄNKUNGEN UND BESONDERE BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN
  • Artikel 9 GEPÄCK
  • Artikel 10 UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI DER BEFÖRDERUNG
  • Artikel 11 ERSTATTUNGEN
  • Artikel 12 VERHALTEN AN BORD DES FLUGZEUGS
  • Artikel 13 ZUSÄTZLICHE LEISTUNGEN
  • Artikel 14 VERWALTUNGSFORMALITÄTEN
  • Artikel 15 WEITERE LUFTFRACHTFÜHRER
  • Artikel 16 SCHADENSHAFTUNG
  • Artikel 17 FRISTEN FÜR KLAGEN UND ERSATZANSPRÜCHE
  • Artikel 18 ÄNDERUNGEN UND AUFHEBUNGEN
  • Artikel 19 SONSTIGE INFORMATIONEN

 

ARTIKEL 1

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

1.1.
VERTRETER - ist ein Verkaufsvertreter, der vom Luftfrachtführer bevollmächtigt wurde, diesen beim Verkauf von Flugscheinen für die vom betreffenden Luftfrachtführer bedienten Flugverbindungen und, wenn er dazu bevollmächtigt wurde, auch für Flugverbindungen anderer Luftfrachtführer zu vertreten.

1.2.
GEPÄCK - . sind die Gegenstände und das persönliche Eigentum eines Fluggastes, die bzw. das für den Fluggast im Zusammenhang mit der Reise notwendig oder zweckdienlich sind bzw. ist, wie Kleidungs- oder Gebrauchsgegenstände oder Gegenstände, die der Bequemlichkeit und dem Komfort dienen. Soweit nicht anders angegeben, umfasst dieser Begriff sowohl aufgegebenes als auch nicht aufgegebenes Gepäck.

1.3.
GEPÄCK, NICHT AUFGEGEBENES – ist das in Obhut des Fluggastes in der Kabine mitgeführte Gepäck.

1.4.
GEPÄCK, AUFGEGEBENES - ist das in Obhut des Luftfrachtführers befindliche Gepäck, für dessen Beförderung der Luftfrachtführer einen Gepäckschein ausgestellt hat.

1.5.
FLUGSCHEIN - ist das als „Flugschein und Gepäckschein" bzw. „elektronischer Flugschein" gekennzeichnete Dokument, das durch den Luftfrachtführer oder in seinem Auftrag ausgestellt wurde. Der Flugschein enthält die Vertragsbedingungen, die Fluginformationen sowie Flug- und Fluggastcoupon.

GEPÄCKABSCHNITT - ist der Teil des Flugscheins, der sich auf die Beförderung des aufgegebenen Gepäcks des Fluggastes bezieht.

1.6.
ELEKTRONISCHER FLUGSCHEIN - ist die anhand der Datenbank des Luftfrachtführers ausgestellte Reisebestätigung (Flugreservierung) für den Fluggast, einschließlich der elektronischen Flugcoupons und, falls anwendbar, der Bordkarte.

1.7.
ANSCHLUSSFLUGSCHEIN - ist ein für den Fluggast in Verbindung mit einem anderen Flugschein oder anderen Flugscheinen ausgestellter Flugschein, der gemeinsam mit den anderen Flugscheinen einen einzigen Beförderungsvertrag darstellt.

1.8.
FRANC POINCARÉ – ist die im Warschauer Übereinkommen angewendete vertragliche Währungseinheit.

1.9.
ÜBEREINKOMMEN – sind die Übereinkommen über die Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften über die Beförderung im internationalen Luftverkehr:

  • unterzeichnet in Montreal am 28. Mai 1999 (Montrealer Übereinkommen),
  • unterzeichnet in Warschau am 12. Oktober 1929 (Warschauer Übereinkommen), in der ursprünglichen (originalen) Fassung oder in der durch das Zusatzprotokoll von Den Haag von 1955 geänderten und/oder mit den durch das Abkommen von Guadalajara von 1961 ergänzten Fassung,
  • in Abhängigkeit davon, welches dieser beiden Übereinkommen Anwendung findet und, im Falle des Warschauer Übereinkommens auch davon, ob auch die Änderungen und/oder Ergänzungen für die betreffende Beförderung hinsichtlich der im Flugschein oder in den zusammen ausgestellten Flugscheinen angegebenen Flugverbindung Anwendung finden.

 

1.10.
ELEKTRONISCHER COUPON - ist der elektronische Flugcoupon oder eine entsprechende Aufzeichnung in der Datenbank des Luftfrachtführers.

1.11.
FLUGGASTCOUPON oder PASSENGER RECEIPT - ist der Teil des Flugscheins, der entsprechend gekennzeichnet und zur Verwahrung durch den Fluggast bestimmt ist.

1.12.
FLUGCOUPON - ist der Teil des Flugscheins, der den Vermerk „Berechtigt zur Beförderung" trägt oder, im Falle eines elektronischen Flugscheins, der elektronische Coupon, der die Orte angibt, zwischen denen der Fluggast zur Beförderung berechtigt ist.

1.13.
MELDESCHLUSSZEIT - ist der vom Luftfrachtführer festgesetzte Zeitpunkt, bis zu dem die Formalitäten verbunden mit der Flugschein- und Gepäckabfertigung abgeschlossen sein müssen und der Fluggast im Besitz der Bordkarte sein muss.

1.14.
BEZEICHNUNG DES LUFTFRACHTFÜHRERS, AIRLINE DESIGNATOR CODE - ist ein Code aus Zeichen oder Buchstaben, der einen bestimmten Luftfrachtführer kennzeichnet.

1.15.
FLUGGAST - ist jede Person mit Ausnahme der Crewmitglieder, die mit Zustimmung des Luftfrachtführers auf Grund eines Flugscheins mit einem Flugzeug befördert wird oder werden soll.

1.16.
REISEBESTÄTIGUNG – bezeichnet das Dokument oder die Dokumente, das bzw. die einen Teil des elektronischen Flugscheins darstellt bzw. darstellen und den Namen des Fluggastes sowie die Fluginformationen und weitere, auf Grund der relevanten Rechtsvorschriften erforderlichen Informationen enthält bzw. enthalten.

1.17.
REGELUNGEN DES LUFTFRACHTFÜHRERS – sind sonstige vom Luftfrachtführer neben diesen allgemeinen Beförderungsbedingungen herausgegebene Vorschriften, die während der Reise des Fluggastes gelten und die Beförderung des Fluggastes und/oder Gepäcks sowie die Preise des Luftfahrtführers regeln. Informationen über diese Regelungen erteilt der Luftfrachtführer auf Anfrage.

1.18.
LUGUNTERBRECHUNG - ist eine beabsichtigte Reiseunterbrechung von über 24 Stunden an einem/mehreren Ort(en) zwischen dem Ort an dem die Reise angetreten wird und dem Bestimmungsort, die vor Reiseantritt zwischen dem Fluggast und dem Luftfrachtführer vereinbart wurde.

1.19.
LUFTFRACHTFÜHRER – ist der Luftfrachtführer Polskie Linie Lotnicze LOT S.A. (Polnische Fluglinien LOT S.A.) mit Sitz an der ul. 17 Stycznia 39, 00-906 Warszawa oder in bestimmten Fällen auch ein anderer Luftfrachtführer, der im Flugschein angegeben ist oder auch die Beförderung in seinem Auftrag durchführt.

1.20.
GEPÄCKANHÄNGER - ist ein vom Luftfrachtführer ausgestelltes Dokument, das ausschließlich zur Identifizierung von aufgegebenem Gepäck dient.

1.21.
SZR - SONDERZIEHUNGSRECHTE - sind die vom Internationalen Weltwährungsfonds definierte vertragliche Währungseinheit.

1.22.
FLUGPREIS - bezeichnet die veröffentlichten Preise und Gebühren und/oder die vom Luftfrachtführer den zuständigen Behörden bekanntgemachten Beförderungsbedingungen, falls erforderlich.

1.23
TAGE - sind volle Kalendertage, einschließlich aller 7 Wochentage, mit dem Vorbehalt, dass bei der Bestimmung eines Mitteilungstermins der Tag der Absendung der Mitteilung nicht mitgerechnet wird. Bei der Feststellung der Gültigkeitsdauer eines Flugscheins wird der Tag der Ausstellung des Flugscheins oder der Tag des Reiseantritts nicht mitgerechnet.

1.24.
VEREINBARTE ZWISCHENLANDEORTE - sind Orte, ausgenommen Abflug- und Bestimmungsort, die im Flugschein oder im Flugplan des Luftfrachtführers als planmäßige Landeorte auf dem Reiseweg des Fluggastes aufgeführt sind.

1.25.
VERTRAGSBEDINGUNGEN - sind die Bestimmungen und Informationen, die im Flugschein oder in der Reisebestätigung enthalten sind oder gemeinsam mit diesen geliefert werden, und die entsprechend benannt sind und diese Allgemeinen Beförderungsbeziehungen durch entsprechende Bezugnahme in den Beförderungsvertrag einbeziehen.
 

ARTIKEL 2

ANWENDUNGSBEREICH

2.1.
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN.

2.1.1.
Diese Allgemeinen Beförderungsbedingungen gelten nur für die Flüge oder Flugabschnitte, für die der Name des Luftfrachtführers PLL LOT SA oder dessen Designator LO auf dem entsprechenden Abschnitt des für den betreffenden Flug oder Flugabschnitt ausgestellten Flugscheins angegeben ist, ausgenommen in den in den Punkten 2.2-2.5 vorausgesehenen Fällen und in der in Punkt 2.6 beschriebenen Situation

2.1.2.
Diese Allgemeinen Beförderungsbedingungen gelten ebenfalls in entsprechendem Umfang bei kostenlosen oder ermäßigten Beförderungen, es sei denn die Regelungen des Luftfrachtführers oder die relevanten Verträge, Flugaufträge oder Flugscheine enthalten anderweitige Bestimmungen.

2.2. ÜBERGEORDNETES RECHT
Die Anwendung der Allgemeinen Beförderungsbedingungen darf nicht gegen absolut verbindliche Bestimmungen der Übereinkommen oder anderer Rechtsvorschriften verstoßen. Sollten aus diesem Grunde gewisse Bestimmungen der Allgemeinen Beförderungsbedingungen nicht anwendbar sein, bleiben die übrigen Bestimmungen in Kraft.

2.3. BEFÖRDERUNG IN DIE/AUS DEN USA UND NACH/VON KANADA
Diese Allgemeinen Beförderungsbedingungen gelten für Beförderungen zwischen Orten in den Vereinigten Staaten oder in Kanada, oder zwischen solchen Orten und Orten in anderen Ländern, sofern sie nicht zu den staatlichen Regelungen in den Vereinigten Staaten bzw. Kanada im Widerspruch stehen.

2.4. CHARTER
Beförderungen auf Grund eines Chartervertrags unterliegen diesen Allgemeinen Beförderungsbedingungen nur, soweit der Chartervertrag und der Charterflugschein keine abweichenden Bestimmungen enthalten.

2.5. CODE SHARE-FLÜGE
Für bestimmte Verbindungen oder Flüge schließt der Luftfrachtführer mit anderen Luftfrachtführern Abkommen ab, die als Code Share-Abkommen bekannt sind. Das bedeutet, dass in einigen Fällen, auch wenn der Fluggast einen Flug mit einem bestimmten Luftfrachtführer gebucht hat und einen Flugschein besitzt, auf dem der Name oder der Designator dieses Luftfrachtführers angegeben ist, die Beförderung tatsächlich durch eine andere Fluggesellschaft durchgeführt werden kann. Darüber, welche Fluggesellschaft die Beförderung tatsächlich durchführt, wird der Fluggast zum Zeitpunkt der Buchung informiert.

2.6. NOTWENDIGKEIT DER ÄNDERUNG DES LUFTFRACHTFÜHRERS
In besonderen, begründeten Fällen, wenn der Luftfrachtführer nicht in der Lage ist, einen Fluggast auf einem im Flugplan angegebenen Flug zu befördern, um Verspätungen in der Beförderung zu vermeiden oder einzuschränken, kann er seinen Flug durch den Flug einer anderen Fluggesellschaft ersetzen oder den Flug auf eine andere Fluggesellschaft umbuchen. Darüber, welche Fluggesellschaft die Beförderung tatsächlich durchführt, wird der Fluggast spätestens bei der Abfertigung oder beim Besteigen des Flugzeugs informiert.

2.7. ÄNDERUNG DES FLUGZEUGTYPS
Der Luftfrachtführer hat das Recht, einen anderen Flugzeugtyp zu verwenden als im Flugplan angegeben.

2.8. ÜBERORDNUNG DER ALLGEMEINEN BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN IM VERHÄLTNIS ZU ANDEREN REGELUNGEN DES LUFTFRACHTFÜHRERS
Soweit die Allgemeinen Beförderungsbedingungen nicht anders bestimmen, sind sie im Falle von Unstimmigkeiten den anderen Regelungen des Luftfrachtführers übergeordnet.
 

ARTIKEL 3

FLUGSCHEIN

3.1. FLUGSCHEIN
Der Flugschein ist, bis zur Vorlage eines entgegenstehenden Beweises, der Nachweis des Abschlusses eines Beförderungsvertrags zwischen dem Luftfrachtführer und dem im Flugschein angegebenen Fluggast. Die im Flugschein enthaltenen Vertragsbedingungen sind Kurzfassungen einiger der in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen enthaltenen Bestimmungen.

3.1.1. ANFORDERUNGEN BEZÜGLICH DES FLUGSCHEINS
Zur Beförderung berechtigt sind nur Personen, die einen gültigen, gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers ausgestellten Flugschein einschließlich eines Flugcoupons für den betreffenden Flug, anderer ungenutzter Flugcoupons sowie eines Fluggastcoupons vorweisen. Ein Fluggast, der einen beschädigten oder geänderten Flugschein vorlegt, ist nicht zur Beförderung berechtigt, es sei denn die Änderung wurde durch den Luftfrachtführer oder einen von ihm bevollmächtigten Vertreter vorgenommen. Zur Nutzung eines Flugscheins ist ausschließlich die Person berechtigt, für die der Flugschein ausgestellt wurde, und der Luftfrachtführer hat das Recht, die Vorlage eines Dokuments zu fordern, welches die Identität des Fluggastes und die Übereinstimmung der im Dokument angegebenen Daten mit den Angaben in der Datenbank des Luftfrachtführers bestätigt.

3.1.2. MANGEL EINES GÜLTIGEN FLUGSCHEINS
Bei Verlust oder Beschädigung eines Flugscheins oder eines Teils des Flugscheins oder bei Nichtvorlage eines Flugscheins mit dem darin enthaltenen Flugcoupon für den betreffenden Flug und allen nicht benutzten Flugcoupons, kann der Luftfrachtführer – Flugscheinaussteller auf Wunsch des Fluggastes und gemäß seinen Regelungen einen solchen Flugschein ganz oder teilweise ersetzen, indem er einen neuen Flugschein (Duplikat) ausstellt. Die Ausstellung eines solchen Flugscheins (Duplikats) ist möglich, wenn ein angemessener Beweis vorgelegt wird, dass der ursprüngliche (verlorene, beschädigte usw.) Flugschein für den betreffenden Flug/die betreffende Verbindung gültig war. Der Luftfrachtführer behält sich in diesem Fall das Recht vor, eine entsprechende Gebühr für die erneute Ausstellung des Flugscheins (Duplikats) oder eines Teils desselben zu erheben. Liegt kein solcher Beweis vor, wird der neue Flugschein nur gegen Entrichtung des vollen Flugpreises ausgestellt. Erstattungen für verlorene Flugscheine erfolgen gemäß Art. 11 Punkt 5.

3.1.3. UNVERÄUSSERLICHKEIT DES FLUGSCHEINS
Flugscheine sind nicht übertragbar. Sollte eine andere Person mit einem Flugschein fliegen als die im betreffenden Flugschein genannte Person oder die Erstattung eines solchen Flugscheins erhalten, haftet der Luftfrachtführer nicht gegenüber der im Flugschein genannten Person, wenn er die Beförderung oder Erstattung in gutem Glauben vorgenommen hat. Diese Regelung gilt nicht, wenn ein Fluggast im Rahmen einer touristischen Veranstaltung reist. In diesem Falle gelten die entsprechenden Rechtsvorschriften.

3.2. GÜLTIGKEITSDAUER
Ein Flugschein gilt für ein Jahr ab dem Datum des Reisebeginns oder, wenn kein Flugcoupon genutzt wurde, ein Jahr ab dem Ausstellungsdatum, mit Ausnahme von Fällen, für die im Flugschein, in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen oder in den Vorschriften des Luftfrachtführers andere Regelungen bestehen.

3.2.1. VERLÄNGERUNG DER GÜLTIGKEITSDAUER

3.2.1.1.
Wenn ein Fluggast seine Reise nicht innerhalb der Gültigkeitsdauer seines Flugscheins antreten kann, weil der Luftfrachtführer: - einen Flug, für den der Fluggast eine Buchungsbestätigung besitzt, absagt,
- einen planmäßigen Landeort, der den Abflugort, den Bestimmungsort oder einen Zwischenlandeort darstellt, nicht anfliegt,
- eine Flug nicht innerhalb eines vernünftigen zeitlichen Rahmens durchführt und gegen die im Flugplan festgesetzte Zeit verstößt, so dass der Fluggast seinen Anschluss verpasst,
- die Flugklasse ändert oder
- nicht in der Lage ist, dem Fluggast einen Platz im Flugzeug auf dem Flug zu gewährleisten, für den der Fluggast eine Buchungsbestätigung besitzt, wird die Gültigkeitsdauer des Flugscheins bis zum nächsten Flug zum Bestimmungs- oder Zwischenlandeort, auf dem in der Flugklasse, für die der Fluggast bezahlt hat, ein Platz verfügbar ist, verlängert.

3.2.1.2.
Wenn ein Fluggast seine Reise nicht innerhalb der Gültigkeitsdauer des Flugscheins antreten kann, da zu dem Zeitpunkt, zu dem er um eine Buchung bittet, der Luftfrachtführer nicht in der Lage ist, ihm einen Platz zu gewährleisten, wird die Gültigkeit des Flugscheins eines solchen Fluggastes gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers verlängert oder der Flugschein auf Wunsch des Fluggastes gemäß den Bestimmungen von Artikel 11 erstattet.

3.2.1.3.
Wenn ein Fluggast nach Reiseantritt und während der Gültigkeitsdauer seines Flugscheins aus Krankheitsgründen seine Reise nicht fortsetzen kann, kann der Luftfrachtführer die Gültigkeitsdauer des Flugscheins bis zu dem Tag verlängern (unter der Bedingung, dass der angewandte Tarif dies zulässt), an dem der Fluggast gemäß ärztlichem Attest reisen können wird oder bis zum ersten verfügbaren Flug des Luftfrachtführers nach diesem Tag in der Klasse, für die der Flugschein gekauft wurde, mit dem Vorbehalt, dass: dem Falle, in dem die noch im Flugschein verbliebenen Flugcoupons, und im Falle eines elektronischen Flugscheins der elektronische Coupon eine oder mehr Reiseunterbrechungen angeben, die Gültigkeit des Flugscheins gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers nicht mehr als 3 Monate ab dem im ärztlichen Attest vermerkten Datum des erlaubten Reiseantritts verlängert wird. Ähnlich kann der Luftfrachtführer auch die Gültigkeitsdauer von Flugscheinen direkter Familienangehöriger des Fluggastes, die den kranken Fluggast begleiten, verlängern.

3.2.1.4.
Stirbt ein Fluggast während der Flugreise, kann die Gültigkeitsdauer der Flugscheine von begleitenden Personen durch den Luftfrachtführer geändert werden, indem die Gültigkeitsdauer verlängert oder auf die Einhaltung der Mindestaufenthaltszeit verzichtet wird. Stirbt ein direkter Familienangehöriger eines Fluggastes nachdem dieser die Reise angetreten hat, kann die Gültigkeitsdauer der Flugscheine des Fluggastes sowie ihn begleitender direkter Familienangehöriger verlängert werden. Eine solche Verlängerung erfolgt unter der Voraussetzung, dass eine gültige Sterbeurkunde vorgelegt wird, wobei die Gültigkeitsdauer um maximal 45 Tage nach dem Todesdatum verlängert werden kann.

3.3. REIHENFOLGE DER FLUGCOUPONS
Sofern Sie sich für einen Tarif entschieden haben, der die Einhaltung einer festen Flugscheinreihenfolge vorsieht, beachten Sie bitte: Wird die Beförderung auf einer vorangehenden Teilstrecke nicht oder nicht in der im Flugschein vorhergesehenen Reihenfolge angetreten, so wird derjenige Flugpreis berechnet, der zum Zeitpunkt der Buchung für Ihre abweichende, tatsächliche Streckenführung maßgeblich gewesen wäre. Sofern dieser Flugpreis höher ist, als für die im Flugschein angegebene Strecke, können wir die weitere Beförderung davon abhängig machen, dass Sie den anfallenden Aufpreis nachentrichten.


3.4. NAME UND ADRESSE DES LUFTFRACHTFÜHRERS
Der Name des Luftfrachtführers darf im Flugschein in Form des Airline Designator Codes oder auf andere Art und Weise abgekürzt werden. Die Adresse des Luftfrachtführers ist der Flughafen des Abflugortes, der neben der ersten Abkürzung des Namens des Luftfrachtführers im Flugschein auf dem Coupon „Luftfrachtführer", und im Falle eines elektronischen Flugscheins im ersten Flugcoupon in der Reisebestätigung angegeben ist.
 

ARTIKEL 4

FLUGUNTERBRECHUNGEN

Unterbrechungen auf dem im Flugschein angegebenen Reiseweg an vereinbarten Orten sind zulässig vorausgesetzt sie entsprechen dem anwendbaren Tarif, den relevanten staatlichen Vorschriften und den Regelungen des Luftfrachtführers.
 

ARTIKEL 5

FLUGPREISE UND GEBÜHREN

5.1. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Der Flugpreis umfasst die Vergütung für die Beförderung per Flugzeug vom Abflugort bis zum Bestimmungsort, es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart. Der Flugpreis umfasst nicht die Kosten für Bodentransportdienste zwischen Flughäfen oder zwischen Flughäfen und Terminals in Stadtzentren.

5.2. ANWENDBARE FLUGPREISE
Die im Luftverkehr geltenden Flugpreise sind die vom oder im Auftrag vom Luftfrachtführer auf die übliche Art und Weise veröffentlichten Flugpreise und für Beförderungen, für die es keinen veröffentlichten Flugpreis gibt – die gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers gestalteten (errechneten) Flugpreise. Mit Ausnahme von Fällen, die durch die staatlichen Vorschriften und die Regelungen des Luftfrachtführers anders geregelt sind, gilt der am Tag der Ausstellung des Flugscheins für den Tag des Reiseantritts auf dem ersten Coupon (im Flugschein angegebenes Datum) und im Falle eines elektronischen Flugscheins auf dem elektronischen Coupon festgesetzte Flugpreis. Eine Änderung des Reisewegs oder des Reisedatums kann daher eine Änderung des Flugpreises mit sich bringen. Bestimmte ermäßigte Flugpreise können teilweise oder ganz von der Erstattung ausgeschlossen sein, der Tarif sollte also so gewählt werden, dass die Bedingungen den Bedürfnissen des Fluggastes entsprechen. Entspricht die erhobene Vergütung nicht dem anwendbaren Flugpreis, wird der Unterschied dem Luftfrachtführer bezahlt oder gemäß vom Luftfrachtführer gemäß dessen Regelungen erstattet.

5.3. REISEWEG
Sofern die Regelungen des Luftfrachtführers nicht anderweitig bestimmen, gelten die Flugpreise ausschließlich für die Verbindungen, die von dem betreffenden Tarif umfasst sind. Ermöglicht der betreffende Tarif Flüge auf unterschiedlichen Verbindungen, kann der Fluggast vor Ausstellung des Flugscheins seinen Reiseweg wählen. Sollte er dies nicht tun, wird der Reiseweg vom Luftfrachtführer bestimmt.

5.4. STEUERN UND GEBÜHREN
Beim Kauf eines Flugscheins muss der Fluggast entsprechende Steuern und Gebühren entrichten, die von den zuständigen staatlichen Behörden oder anderen Behörden oder vom Flughafenunternehmen unabhängig vom Flugpreis und von den an den Luftfrachtführer zu zahlenden Gebühren erhoben werden können. Bei einer Änderung der Bedingungen des Beförderungsvertrags (z.B. des Luftfrachtführers, des Reisewegs oder des Reisedatums) auf Wunsch oder durch Schuld des Fluggastes werden die jeweils geltenden Steuern oder Gebühren berechnet und erhoben. An bestimmten Flughäfen kann der Fluggast durch das Flughafenunternehmen oder die staatlichen Behörden unabhängig vom Luftfrachtführer mit zusätzlichen Verwaltungsgebühren belastet werden, die nur direkt an diese Behörden entrichtet werden können.

5.5. WÄHRUNG
Die dem Luftfrachtführer zustehenden Flugpreise und zusätzlichen Gebühren können in jeder für den Luftfrachtführer annehmbaren Währung bezahlt werden. Bei Bezahlung in einer anderen Währung als der im Flugpreis veröffentlichten Währung, gilt für die Umrechnung der gemäß den Grundsätzen des Luftfrachtführers festgelegte Wechselkurs.

5.6. RECHT AUF VERWEIGERUNG DES FLUGSCHEINVERKAUFS
Der Luftfrachtführer und seine Vertreter können einer Person, die mit einer Zahlung für einen früher gekauften Flugschein im Verzug ist, bis zur Begleichung der Außenstände den Flugscheinverkauf verweigern.
 

ARTIKEL 6

BUCHUNGEN

6.1. BUCHUNGSANFORDERUNGEN

6.1.1.
Bis zur Bestätigung der Annahme einer Buchung durch den Luftfrachtführer oder einen seiner bevollmächtigten Vertreter gelten Platzreservierungen für einen Flug als nicht bestätigt.

6.1.2.
Die Regelungen des Luftfrachtführers oder Bedingungen bestimmter Flugpreise können das Recht des Fluggastes auf Buchungsänderungen einschränken oder ausschließen. Bei Stornierungen oder Umbuchungen können Kosten entstehen, die zu Lasten des Fluggastes gehen.

6.2. BUCHUNGSSTREICHUNG NACH ABLAUF DER FRIST FÜR DIE FLUGSCHEINAUSSTELLUNG
Wenn ein Fluggast bis zum festgelegten Zeitpunkt der Flugscheinausstellung nicht für den Flugschein bezahlt hat oder nicht die Kreditformalitäten mit dem Luftfrachtführer erledigt hat, kann der Luftfrachtführer die Buchung des Fluggastes streichen.

6.3. PERSÖNLICHE DATEN
Fluggäste sind verpflichtet, dem Luftfrachtführer persönliche Daten, die für die Buchung, die Flugscheinausstellung, die Durchführung des Beförderungsvertrags, den Kauf sonstiger Leistungen sowie für die Abwicklung von Einreise und Grenzüberschreitungsformalitäten notwendig sind, zur Verfügung zu stellen. Die Angabe persönlicher Daten ist freiwillig.
Der Luftfrachtführer wird die oben genannten persönlichen Daten verarbeiten und an die zuständigen staatlichen Behörden und/oder andere ausländische Empfänger (einschließlich u.a. Behörden, die diese Daten zur Vorbeugung und Bekämpfung von Terrorismus oder anderen internationalen Verbrechen verwenden), an bevollmächtigte Vertreter, an andere Luftfrachtführer und Organe zwecks der Durchführung der oben genannten oder anderer rechtmäßiger Ziele durch die Verwaltungsbehörden oder Datenempfänger weitergeben. Die Fluggäste haben das Recht auf Zugang zu ihren Daten und deren Korrektur.

6.4. ZUTEILUNG EINES SITZPLATZES (SESSELS)
Der Luftfrachtführer berücksichtigt soweit wie möglich die Wünsche der Fluggäste bezüglich der Zuweisung bestimmter Sitzplätze an Bord eines Flugzeugs, behält sich jedoch das Recht vor, die Sitzplatzzuteilung innerhalb der Klasse, für die der Flugschein ausgestellt ist, zu ändern, auch wenn die Buchung bereits bestätigt wurde.

6.5. GEBÜHR FÜR UNBESETZTE PLÄTZE
Gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers kann von einem Fluggast eine Sondergebühr erhoben werden, wenn dieser einen von ihm gebuchten Platz im Flugzeug nicht genutzt hat.

6.6. BESTÄTIGUNG DES REISETERMINS DURCH DEN FLUGGAST
PPLL LOT S.A. behält sich die Möglichkeit vor, die Pflicht einzuführen, den Reisetermin des Hinflugs und des Rückflugs für alle oder bestimmte von PLL LOT S.A. bedienten Verbindungen zu bestätigen. Bei Nichterfüllung der oben genannten Anforderung kann die Buchung gestrichen werden. Genaue Informationen bezüglich der Bestätigung des Reisetermins werden öffentlich bekannt gegeben, insbesondere auf der Webseite von PLL LOT.

6.7.STREICHUNG VON WEITERFLUGBUCHUNGEN
Wenn ein Fluggast eine Buchung nicht wahrgenommen hat, hat der Luftfrachtführer das Recht, Buchungen des Fluggastes für weitere Reiseabschnitte zu streichen.
 

ARTIKEL 7

FLUGGASTANNAHME

Die Fluggäste sind verpflichtet, sich mit ausreichend Zeit bei der Fahrgastannahme und am Gate zu melden, damit die von den zuständigen staatlichen Behörden vorgeschriebenen Formalitäten und die mit dem Abflug verbundenen Verfahren erledigt werden können, und auf jeden Fall nicht später als bis zu der vom Luftfrachtführer bestimmten Meldeschlusszeit. Wenn ein Fluggast nicht im Besitz der erforderlichen Dokumente ist oder nicht reisefertig ist oder sich nicht bis zu dem vom Luftfrachtführer bestimmten Zeitpunkt bei der Fahrgastannahme oder am Gate meldet, kann der Luftfrachtführer die Sitzplatzbuchung des betreffenden Fluggastes streichen und ist nicht verpflichtet, die Abflugzeit zu verschieben und auf den Fluggast zu warten. Der Luftfrachtführer haftet nicht gegenüber einem Fluggast für Schäden oder Kosten, die diesem aus seiner Nichteinhaltung der Bestimmungen dieses Artikels entstanden sind. Wenn ein Fluggast nach der Abfertigung nicht zum Besteigen des Flugzeugs am Gate erschienen ist, und sich dadurch der Abflug wegen der Entladung des aufgegebenen Gepäcks des Fluggastes verspätet hat, ist der Fluggast verpflichtet, die damit verbundenen Kosten zu tragen.
 

ARTIKEL 8

ABLEHNUNG, EINSCHRÄNKUNGEN UND BESONDERE BEFÖRDERUNGSBEDINGUNGEN

8.1. ABLEHNUNG DER BEFÖRDERUNG
Der Luftfrachtführer kann die Beförderung eines Fluggastes oder dessen Gepäcks verweigern, wenn dies gemäß seinem Ermessen: aus Sicherheitsgründen angezeigt ist; notwendig ist, um die Verletzung von Gesetzen, Verordnungen oder sonstigen Vorschriften des Staates, von dem aus abgeflogen, zwischengelandet oder der angeflogen oder überflogen wird, oder wenn, vorbehaltlich von Artikel 8 Punkt 8.2., das Verhalten, das Alter, die körperliche oder geistige Verfassung des Fluggastes so ist, dass: er einer besonderen Betreuung durch den Luftfrachtführer bedarf, er zu einer offensichtlichen Verletzung der guten Sitten führt, die ernsthafte Vorbehalte anderer Fluggäste wecken kann, oder wenn der Fluggast eine Bedrohung für sich selbst, andere Fluggäste oder fremden Besitz darstellt; der Fluggast sich nicht an die Anweisungen und Empfehlungen des Luftfrachtführers hält, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Ordnung an Bord; der Fluggast die Vornahme einer Sicherheitsprüfung durch das Sicherheitspersonal am Flughafen, das die Sicherheit der Flüge überwacht, verweigert hat; die anwendbaren Flugpreise, Gebühren oder Steuern nicht bezahlt wurden oder die Kreditformalitäten zwischen dem Luftfrachtführer und dem Fluggast (oder der für den Flugschein zahlenden Person) nicht erledigt wurden; der Fluggast nicht im Besitz der erforderlichen Dokumente ist oder die Vorlage – auf Wunsch des Luftfrachtführers – der entsprechenden, in Artikel 14 Punkt 14.2 aufgeführten Dokumente verweigert; Anlass zu der Befürchtung besteht, dass der Fluggast versuchen wird, die Grenze eines Transitlandes zu überschreiten; der Fluggast erforderliche Dokumente vernichtet hat oder die Übergabe von Reisedokumenten für die Dauer der Reise an die Besatzung gegen Quittung ablehnt, wenn dies von den zuständigen staatlichen Behörden gefordert wird; der Fluggast für das Land, aus dem abgeflogen, das angeflogen oder überflogen wird, keine Einreisegenehmigung hat; der vom Fluggast vorgelegte Flugschein: auf illegalem Wege erworben oder nicht bei dem Luftfrachtführer oder einem seiner bevollmächtigten Vertreter gekauft wurde; als verloren oder gestohlen gemeldet wurde; gefälscht ist oder einen Flugcoupon oder elektronischen Coupon enthält, in dem durch jemand anderen als den Luftfrachtführer oder einen seiner bevollmächtigten Vertreter Änderungen vorgenommen wurden, beziehungsweise der beschädigt wurde; der Flugscheininhaber nicht nachweisen kann, dass in dem Feld „Name des Fluggastes" sein Name steht; der Fluggast auf einem früheren Flugabschnitt innerhalb einer Reise gegen die Rechtvorschriften, insbesondere gegen die Flugsicherheitsvorschriften, oder auf offensichtliche Art und Weise gegen die guten Sitten verstoßen hat und Anlass zu der Annahme besteht, dass der Fluggast angesichts seiner Verfassung auf den weiteren Abschnitten derselben Reise weitere solche Verstöße begehen wird. Der Luftfrachtführer behält sich das Recht vor, in den in den Punkten k) und l) beschriebenen Fällen sowie in anderen von den relevanten Vorschriften vorgegebenen Fällen, den Flugschein zu beschlagnahmen.

8.2. BESONDERE BETREUUNG
Der Luftfrachtführer bemüht sich, kranken und behinderten Personen, Kindern ohne Begleitung und schwangeren Frauen die Flugreise zu erleichtern. Die Annahme von Kindern ohne Betreuung, Kranken, Behinderten oder schwangeren Frauen zur Beförderung kann davon abhängig gemacht werden, dass die Beförderungsbedingungen vorher mit dem Luftfrachtführer gemäß den geltenden Vorschriften vereinbart wurden.
 

ARTIKEL 9

GEPÄCK

9.1. GEGENSTÄNDE, DIE NICHT IM GEPÄCK MITGEFÜHRT WERDEN DÜRFEN

9.1.1.
Fluggäste dürfen in ihrem Gepäck keine Gegenstände mitführen, die nicht die Anforderung der Definition in Artikel 1 Punkt 1.2. erfüllen, und außerdem: keine Gegenstände, die geeignet sind, das Flugzeug oder Personen oder Gegenstände an Bord des Flugzeugs zu gefährden, so wie sie in den Gefahrgutregeln der ICAO und der IATA sowie in den relevanten staatlichen Vorschriften und in den Regelungen des Luftfrachtführers aufgeführt sind (auf Anfrage erteilt der Luftfrachtführer weitere Informationen); Gegenstände, deren Beförderung nach den Vorschriften des Staates, von dem aus geflogen, der angeflogen oder überflogen wird, verboten ist; Gegenstände, die nach Ermessen des Luftfrachtführers wegen ihres Gewichts, ihrer Form, ihrer Größe und Art (wie z.B. Zerbrechlichkeit, Verderblichkeit) oder aus Betriebs- oder Sicherheitsgründen zur Beförderung ungeeignet sind; lebende Tiere, ausgenommen in den in Artikel 9 Punkt 9.9 – „Tiere" beschriebenen Fällen; Spiritus; anderen Alkohol, außer in fabrikmäßig verschlossenen Verpackungen.

9.1.2.
Im Fahrgastgepäck dürfen keine Waffen und Munition mitgeführt werden, mit Ausnahme von Sport- und Jagdwaffen und dazugehöriger Munition. Sport- und Jagdwaffen und/oder Sport- und Jagdmunition können nur als aufgegebenes Gepäck mitgeführt werden, gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers nachdem sie dem Luftfrachtführer zu Ansicht vorgelegt wurden. Waffen dürfen nicht geladen sein und müssen gesichert und angemessen verpackt sein. Die Beförderung von Munition unterliegt den Gefahrgutregeln der ICAO und IATA sowie den entsprechenden staatlichen Vorschriften.

9.1.3.
Waffen wie Schwerter/Degen, Messer, historische Schusswaffen, Repliken von Schusswaffen können, gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers, als aufgegebenes Gepäck zur Beförderung zugelassen werden. Die Beförderung solcher Gegenstände in der Kabine ist unzulässig.

9.1.4.
Im aufgegebenen Gepäck dürfen weder Gegenstände mitgeführt werden, die leicht zerbrechlich oder leicht verderblich sind noch Geld, Schmuck, Edelmetalle, Computer, Fotoapparate, Handys, sonstige elektronische Geräte für den persönlichen Gebrauch, Erzeugnisse aus Silber und Gold, Wechsel, Wertpapiere und andere Wertgegenstände, Geschäftsdokumente, Warenmuster, Pässe und andere Ausweise, optische Geräte, Medikamente und Schlüssel. Solche Gegenstände sollten im nicht aufgegebenen Gepäck in der Obhut des Fluggastes befördert werden. Hält sich ein Fluggast bei der Beförderung solcher Gegenstände nicht an das obige Verbot, trägt allein der Fluggast Risiko und Verantwortung.

9.1.5.
Werden irgendwelche der in Artikel 9 Punkte 9.1.1., 9.1.2., 9.1.3. und 9.1.4. aufgeführten Gegenstände als Gepäck mitgeführt, auch im Falle der Aufdeckung einer unzulässigen Beförderung, unterliegt die Beförderung der betreffenden Gegenstände entsprechenden Gebühren. Außerdem unterliegt die Beförderung solcher Gegenstände den Haftungsausschlüssen und –einschränkungen sowie den sonstigen Bestimmungen dieser allgemeinen Bedingungen für die Gepäckbeförderung. Der Luftfrachtführer kann dem Fluggast Gegenstände, die nach seinem Ermessen gefährlich sind, abnehmen und in eigener Obhut transportieren.

9.1.6.
Der Luftfrachtführer kann in seinen Regelungen Gegenstände definieren, die nicht als Fluggastgepäck befördert werden dürfen.

9.2. RECHT AUF VERWEIGERUNG DER BEFÖRDERUNG

9.2.1.
Der Luftfrachtführer kann die Beförderung eines jeden der in Artikel 9 Punkt 9.1. genannten Gegenstände ablehnen und kann die Weiterbeförderung eines solchen Gegenstands ablehnen, sollte im Verlauf der Beförderung ein solcher Gegenstand im Gepäck gefunden werden.

9.2.2.
Wurden keine früheren Vereinbarungen getroffen, kann der Luftfrachtführer Gepäck, welches die Freigepäckgrenze überschreitet, auf späteren Flügen befördern.

9.2.3.
Der Luftfrachtführer kann die Annahme von Gepäck als aufgegebenes Gepäck verweigern, wenn es nicht angemessen verpackt ist, um die Sicherheit bei der Beförderung unter Wahrung der üblichen Sorgfalt bei der Handhabung zu gewährleisten.

9.3.1. RECHT AUF GEPÄCKKONTROLLE
Aus Sicherheitsgründen kann der Luftfrachtführer den Fluggast fragen, was für Gegenstände er befördert oder – mit Einverständnis des Fluggastes oder, im Falle der Abwesenheit des Fluggastes und der Unmöglichkeit, innerhalb einer angemessenen Zeit ein solches Einverständnis zu bekommen, auch ohne Genehmigung des Fluggastes – prüfen, ob er im Besitz irgendwelcher der in Artikel 9 Punkt 9.1.1. genannten Gegenstände oder Waffen und Munition ist oder solche Gegenstände im Gepäck mitführt, die er dem Luftfrachtführer nicht gemäß Punkt 9.1.2. gezeigt hat. Verweigert ein Fluggast die Antwort oder das Einverständnis zur Gepäckkontrolle, kann der Luftfrachtführer seinerseits die Beförderung des Fluggastes und/oder seines Gepäcks ablehnen.

9.3.2. GEPÄCKAUFGABE
Der Fluggast kann sein Gepäck nur an den Bestimmungsort aufgeben, an den er sich gemäß dem im Flugschein (auf dem oder den betreffenden Flugcoupon(s)) angegebenen Reiseweg selber begibt. Eine Reiseunterbrechung an einem Zwischenlandeort ist unzulässig, wenn das Gepäck des Fluggastes an einen anderen, weiteren Bestimmungsort aufgegeben wurde, und der Luftfrachtführer nicht in der Lage ist, ohne eine Verspätung zu verursachen das Gepäck im Gepäckraum zu suchen und das komplette Gepäck des Fluggastes herauszugeben, der während einer Zwischenlandung den Wunsch geäußert hat, das Flugzeug zu verlassen. Sollte der betreffende Fluggast seine Reise dennoch unterbrechen, ist er verpflichtet, alle mit der Suche des Gepäcks und der Verspätung des Flugzeugs verbundenen Kosten zu decken.

9.4. BEFÖRDERUNG VON AUFGEGEBENEN GEPÄCK

9.4.1.
Nach Anlieferung des aufzugebenden Gepäcks nimmt der Luftfrachtführer es in seine Obhut und stellt für jedes aufgegebene Gepäckstück einen Gepäckanhänger und für den Fluggast einen Kontrollabschnitt dieses Anhängers aus.

9.4.2.
Ist das Gepäck nicht mit dem Namen, den Initialen oder einer anderen persönlichen Identifizierung gekennzeichnet, sollte der Fluggast vor der Abgabe des Gepäcks eine solche Markierung anbringen.

9.4.3.
Aufgegebenes Gepäck wird, unter Vorbehalt von Punkt 9.2.2, mit demselben Flugzeug befördert wie der Fluggast, es sei denn der Luftfrachtführer entscheidet, dass dies wegen Platzmangel oder Überlastung des Flugzeugs unmöglich ist. In diesem Falle befördert der Luftfrachtführer das aufgegebene Gepäck mit dem nächstmöglichen Flugzeug, in dem noch Platz für das Gepäck ist.

9.4.4.
Geht der Wert des Gepäcks über die im Übereinkommen festgelegten Haftungslimits hinaus, ist der Fluggast verpflichtet, den Luftfrachtführer spätestens zum Zeitpunkt der Fluggastannahme darüber zu informieren, um eventuell eine Erklärung gemäß Punkt 9.4.5 einzureichen oder das Gepäck in Höhe des deklarierten Werts zu versichern.

9.4.5.
Wenn der Luftfrachtführer aufgegebenes Gepäck mit einer schriftlichen Erklärung des Fluggastes betreffend den über die im Übereinkommen vorgesehenen Haftungslimits hinausgehenden Wert annimmt, ist der Fluggast verpflichtet, dafür eine im Tarif festgelegte zusätzliche Gebühr zu entrichten.

9.4.6.
Der Luftfrachtführer kann die Annahme von Gepäck mit einer Erklärung über dessen höheren Wert verweigern, wenn ein Teil der Beförderung von einer anderen Fluggesellschaft durchgeführt wird, die diese Dienstleistung nicht bietet.

9.5. FREIGEPÄCK
Als Freigepäck kann der Fluggast nur Gepäck befördern, welches den in den Regelungen des Luftfrachtführers festgelegten Bedingungen und Einschränkungen entspricht. Diesbezügliche Informationen erteilt der Luftfrachtführer.

9.6. ÜBERGEPÄCK
Für die Beförderung von Gepäck über die Freigepäckgrenze zahlt der Fluggast einen Zuschlag gemäß den in den Regelungen des Luftfahrtführers vorgesehenen Sätzen und Verfahren.

9.7. BEFÖRDERUNG VON NICHT AUFGEGEBENEM GEPÄCK

9.7.1.
Nicht aufgegebenes Gepäck, welches der Fluggast an Bord des Flugzeugs mitführt, muss unter den Sessel vor dem Sitzplatz des Fluggastes oder in die schließbaren Gepäckfächer in der Kabine passen. Gegenstände, die nach Ermessen des Luftfrachtführers zu schwer und/oder zu groß sind, können nicht in der Kabine mitgeführt werden. Die zulässigen Größen und das zulässige Gewicht von nicht aufgegebenem Gepäck sind in den Regelungen des Luftfrachtführers festgelegt.

9.7.2.
Als nicht aufgegebenes Gepäck mitgeführte Gegenstände wie Bücher, Mäntel, kleine Damenhandtaschen, Stöcke oder Regenschirme, klappbare Rollstühle oder Kinderwagen sowie sonstige, in den Regelungen des Luftfrachtführers vorgesehene Gegenstände, die der Fluggast während der Reise braucht, werden nicht in das Limit für nicht aufgegebenes Gepäck eingerechnet. Der Luftfrachtführer kann auch andere Gegenstände zur Beförderung als nicht aufgegebenes Gepäck zulassen (z.B. Laptops).

9.7.3.
Sollte in der Kabine nicht ausreichend Platz sein, kann der Luftfrachtführer, unabhängig von den in den Regelungen des Luftfrachtführers zugelassenen Größen- und Gewichtsangaben für Gepäck, verlangen, dass Gepäck als aufgegebenes Gepäck im Gepäckraum befördert wird. In diesem Falle sollte der Fluggast unbedingt die in Artikel 9 Punkt 9.1.4. genannten Gegenstände aus dem Gepäck nehmen.

9.7.4.
Nicht für den Transport im Gepäckraum des Flugzeugs geeignete Gegenstände, wie z.B. Musikinstrumente, können nur mit vorheriger Genehmigung seitens des Luftfrachtführers in der Kabine mitgeführt werden. Für die Beförderung solcher Gegenstände kann der Luftfrachtführer eine bestimmte Gebühr verlangen.

9.8. GEPÄCKABHOLUNG

9.8.1.
Der Fluggast sollte sein Gepäck unverzüglich abholen, sobald es an dem Ort, an den es gemäß des Reisewegs aufgegeben wurde, zur Abholung bereit steht. Bei Nichtabholung von Gepäck ist der Luftfrachtführer berechtigt, im Rahmen der in den relevanten Rechtsvorschriften festgelegten Fristen und Grundsätzen über das Gepäck zu verfügen.

9.8.2.
Aufgegebenes Gepäck kann nur von der Person abgeholt werden, die im Besitz des entsprechenden Flugscheins und des Kontrollabschnitts des Gepäckanhängers, der ihr bei der Gepäckabfertigung ausgehändigt wurde, ist. Sollte der Kontrollabschnitt des Gepäckanhängers nicht vorgelegt werden können, wird dadurch die Gepäckausgabe nicht verhindert, vorausgesetzt, dass der Flugschein vorgelegt und das Gepäck anhand anderer Kennzeichen identifiziert werden kann.

9.8.3.
Kann die das Gepäck entgegennehmende Person den Flugschein nicht vorweisen und das Gepäck durch Vorlage des Kontrollabschnitts des Gepäckanhängers nicht identifizieren, liefert der Luftfrachtführer das Gepäck nur unter der Bedingung aus, dass die Person einen für den Luftfrachtführer zufriedenstellenden Nachweis ihres Rechts auf das Gepäck vorlegt und, sollte der Luftfrachtführer es verlangen, ausreichende Sicherheiten für den Ausgleich eventueller Schäden oder Kosten verbunden mit der Herausgabe solchen Gepäcks durch den Luftfrachtführer bietet.

9.8.4.
Wenn ein Flugscheininhaber zum Zeitpunkt der Gepäckabholung keine Klage einreicht, wird (vorbehaltlich eines Gegenbeweises) davon ausgegangen, dass das Gepäck in gutem Zustand und gemäß dem Beförderungsvertrag abgeholt wurde. Sollte der Fluggast dennoch innerhalb der in Art. 17 vorgesehenen Fristen eine Klage einreichen, muss er beweisen, dass der Schaden bei der Beförderung entstand.

9.9. TIERE

9.9.1.
Nur Hunde und Katzen können zur Beförderung als aufgegebenes Gepäck angenommen werden. Tiere sind nicht im Freigepäck enthalten, sondern stellen Übergepäck dar, für das der Fluggast gemäß den geltenden Sätzen zahlt, und müssen in entsprechenden Käfigen mit Futter eingeschlossen sein. Tiere müssen außerdem über gültige Gesundheits- und Impfzeugnisse, Einreiseerlaubnisse und sonstige von den Behörden des Bestimmungslands und der Transitländer verlangten Dokumente verfügen. Kleine Hunde und Katzen können in der Kabine mitgeführt werden, aber nur nach vorheriger Anmeldung und Einholung einer Genehmigung des Luftfrachtführers.

9.9.2.
Zur Beförderung als aufgegebenes Gepäck angenommene Haustiere einschließlich Käfig und Futter sind nicht im Freigepäck enthalten, sondern stellen Übergepäck dar, für das der Fluggast gemäß den geltenden Sätzen zahlt. Kleine Haustiere können in der Kabine mitgeführt werden, aber nur nach vorheriger Anmeldung und Einholung einer Genehmigung des Luftfrachtführer sowie nach Entrichtung einer zusätzlichen Gebühr.

9.9.3.
Blinden- oder Taubenhunde werden kostenlos und gemäß den Regelungen des Luftfrachtführers befördert.

9.9.4.
Der Luftfrachtführer haftet nicht für Körperverletzungen, Verlust, verspätete Herausgabe, Krankheit oder Tod eines Tieres, wenn diesem die Einreise in das Bestimmungsland oder ein Transitland nicht gestattet wird.
 

ARTIKEL 10

UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI DER BEFÖRDERUNG

10.1.
Der Luftfrachtführer bemüht sich mit angemessener Sorgfalt darum, den Fluggast und sein Gepäck gemäß dem am Reisetag geltenden Flugplan zu befördern. Der Flugplan kann Änderungen unterliegen, wobei der Luftfrachtführer verpflichtet ist, die Fluggäste, die bereits Flugscheine für die von der Flugplanänderungen betroffenen Flüge gekauft haben, individuell über eine solche Änderung zu informieren, was jedoch dem Recht solcher Fluggäste, für Unregelmäßigkeiten bei der Beförderung zu den in der Verordnung des EU-Parlaments und des EU-Rats (EG) Nr. 261/2004 festgelegten Grundsätzen eine Entschädigung zu fordern, nicht abträglich ist.

10.2.
Bei Flugstreichungen oder -verspätungen, sowie bei Verweigerung der Annahme an Bord des Flugzeugs, stehen den Fluggästen die in der Verordnung des EU-Parlaments und des EU-Rats (EG) Nr. 261/2004 festgelegten Rechte zu, zu den aus dieser Verordnung hervorgehenden Grundsätze und Ausmaßen.
 

ARTIKEL 11

ERSTATTUNGEN

11.1. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Wenn der Luftfrachtführer die Beförderung nicht gemäß dem Beförderungsvertrag durchführt oder auf Grund von Artikel 8. und den entsprechenden Regelungen von Artikel 10. die Beförderung ablehnt, oder wenn nach dem Willen des Fluggastes eine Änderung in der Vertragsdurchführung erfolgt ist, erstattet der Luftfrachtführer die Außenstände für den ungenutzten Flugschein oder Teil des Flugscheins gemäß den in diesem Artikel beschriebenen Grundsätzen sowie den relevanten Regelungen des Luftfrachtführers.

11.2. BERECHTIGTER EMPFÄNGER DER ERSTATTUNG

11.2.1.
Abgesehen von den unten genannten Ausnahmen, erfolgt die Erstattung entweder an den im Flugschein mit Namen benannten Fluggast oder an die Person, die den Flugschein bezahlt hat, sofern ein zufriedenstellender Zahlungsnachweis vorgelegt wird.

11.2.2.
Ein Fluggast, dessen Namen im Flugschein angegeben ist und der den Flugschein bezahlt hat, kann eine von ihm bestimmte Person zum Empfang der Außenstände für den ungenutzten Flugschein oder Teil des Flugscheins bevollmächtigen. Wurde der Flugschein von einer anderen Person bezahlt als dem im Flugschein genannten Fluggast und hat der Luftfrachtführer Erstattungsbeschränkungsvermerke in den Flugschein eingetragen, erfolgt die Erstattung ausschließlich an die Person, die den Flugschein bezahlt hat, oder eine von dieser Person bevollmächtigte dritte Person.

11.2.3.
Außer im Falle des Verlustes des Flugscheins erfolgen Erstattungen nur gegen Rückgabe aller unbenutzten Flugcoupons einschließlich des Fluggastcoupons und einer eventuellen Rechnung.

11.2.4.
Eine Erstattung an eine den Fluggastcoupon und alle unbenutzten Flugcoupons sowie eine eventuelle Rechnung vorlegende Person, die gemäß den Bestimmungen der Punkte 11.2.1. oder 11.2.2. als erstattungsberechtigte Person gilt, befreit den Luftfrachtführer von weiteren Erstattungspflichten.

11.3. ERSTATTUNGEN AUS GRÜNDEN SEITENS DES LUFTFRACHTFÜHRERS
Wenn der Luftfrachtführer: einen Flug streicht oder einen Flug nicht innerhalb einer annehmbaren Zeit entsprechend dem Flugplan durchführen kann oder den Bestimmungsort oder einen Zwischenlandepunkt auf dem Reiseweg des Fluggastes nicht anfliegen kann oder dem Fluggast den von ihm gebuchten Platz nicht gewährleisten kann oder der Fluggast durch Verschulden des Luftfrachtführers einen gebuchten Anschlussflug nicht erreicht, so entspricht der Erstattungsbetrag: wenn kein Teil des Flugscheins genutzt wurde – dem vom Fluggast gezahlten Flugpreis (ohne jegliche Abzüge); wenn der Flugschein teilweise genutzt wurde – dem jeweils höheren Betrag nach dem Vergleich: des Flugpreises für den Hinflug (abzüglich eventueller Ermäßigungen) vom Zwischenlandeort zum Bestimmungsort oder zum nächsten Zwischenlandeort mit der Differenz zwischen dem Flugpreis für die gesamte Reise und dem Flugpreis, der für die geflogenen Flugabschnitte hätte bezahlt werden müssen.

11.4. ERSTATTUNGEN AUF WUNSCH DES FLUGGASTES
Verlangt ein Fluggast eine Erstattung aus anderen als den in Punkt 11.3 genannten Gründen und schließt der anwendbare Flugpreis das Recht auf Erstattung nicht aus, so entspricht der Erstattungsbetrag: wenn kein Flugcoupon genutzt wurde – dem vom Fluggast gezahlten Flugpreis abzüglich eventueller Gebühren für einen Sonderpreis und/oder der Bearbeitungsgebühr für Erstattungen, falls anwendbar; wenn der Flugschein teilweise genutzt wurde, und die Tarifvorschriften dieses zulassen – der Differenz zwischen dem gezahlten Flugpreis und dem für die abgeflogene Strecke anwendbaren Flugpreis abzüglich eventueller Gebühren für einen Sonderpreis und/oder der Bearbeitungsgebühr für Erstattungen, falls anwendbar.

11.5. ERSTATTUNG EINES VERLORENEN FLUGSCHEINS
Geht ein Flugschein (oder ein Teil desselben) verloren, so erfolgt die Erstattung gegen Nachweis des Verlusts und nach Zahlung der nach den Regelungen des Luftfrachtführers anwendbaren Bearbeitungsgebühr, vorausgesetzt, dass:
der verlorene Flugschein und keiner seiner Coupons nicht bereits genutzt wurde, dass kein Ersatzflugschein (Duplikat) ausgestellt und keine Erstattung gemacht wurde, sowie dass die Person, die die Erstattung erhält, sich in einer durch den Luftfahrtführer bestimmten Form und mit einer von ihm verlangten Sicherheit dazu verpflichtet, den erhaltenen Betrag zurückzuzahlen, falls der verlorene Flugschein oder einer seiner Flugcoupons von irgendjemand genutzt wird, unter Berücksichtigung des an die Person, die im Besitz eines solchen Flugscheins war, erstatteten Betrags.

11.6. RECHT AUF ABLEHNUNG VON ERSTATTUNGEN

11.6.1.
Der Luftfrachtführer kann die Erstattung ablehnen, wenn die diesbezügliche Forderung erst nach Ablauf eines Jahres an den Luftfrachtführer gerichtet wird, gerechnet ab dem Tag, an dem die Gültigkeitsdauer des Flugscheins gemäß den Bestimmungen von Artikel 3 Punkt 3.2. endet.

11.6.2.
Der Luftfrachtführer kann die Erstattung ablehnen, solange er nicht vom Fluggast oder von der Person, die den Flugschein bezahlt hat, einen Zahlungsnachweis erhält.

11.6.3.
Der Luftfrachtführer kann die Erstattung für einen Flugschein ablehnen, der ihm oder einem Vertreter der staatlichen Behörden als Nachweis für die Absicht des Fluggastes das Land zu verlassen vorgelegt wurde, es sei denn der Fluggast beweist, dass er eine Erlaubnis hat, in dem betreffenden Land zu bleiben oder dass er das Land mit einem anderen Luftfrachtführer oder Beförderungsmittel verlassen wird.

11.6.4.
Der Luftfrachtführer kann die Erstattung eines ungenutzten Flugscheins (Flugcoupons) verweigern, wenn der Flugschein (die Flugcoupons) aus den in Artikel 12 Punkt 12.1. genannten Gründen nicht genutzt wurde und der Luftfrachtführer beschlossen hat, den Wert des Flugscheins (der Flugcoupons) als Sicherheit für die Befriedigung von Ansprüchen gegenüber dem Fluggast aufgrund von einem anderen Fluggast oder dem Luftfrachtführer zugefügten Schäden einzusetzen.

11.7. WÄHRUNG
Alle Erstattungen unterliegen den Rechtsvorschriften des Landes, in dem der Flugschein verkauft wurde, und des Landes, in dem die Erstattung erfolgt. Erstattungen erfolgen grundsätzlich in der Währung, in der für den Flugschein bezahlt wurde. In besonderen Fällen, wenn die Erstattung in der Währung, in der für den Flugschein gezahlt wurde, nicht möglich ist oder mit wesentlichen objektiven Erschwernissen verbunden ist (z.B. wenn die Erstattung des Flugscheinpreises in einem anderen Land erfolgt als in dem Land, in dem der Flugschein gekauft wurde) macht der Luftfrachtführer die Erstattung in der in dem Land geltenden Währung, in dem die Erstattung erfolgt oder in einer anderen, zwischen dem Luftfrachtführer und dem Erstattungsberechtigten vereinbarten und durch die Rechtsvorschriften zugelassenen Währung.

11.8. BERECHTIGTE ERSTATTER
Eine Erstattung auf Verlangen eines Fluggastes wird nur von dem Luftfrachtführer durchgeführt, der den Flugschein ausgestellt hat, oder durch einen bevollmächtigten Vertreter des Luftfrachtführers.
 

ARTIKEL 12

VERHALTEN AN BORD DES FLUGZEUGS

12.1.
Verhält sich ein Fluggast an Bord eines Flugzeugs nach Ermessen des Luftfrachtführers derart, dass er eine Gefahr für das Flugzeug oder für Personen oder Gegenstände an Bord darstellt, der Besatzung die Ausübung ihrer Pflichten erschwert, den Anweisungen der Besatzung bezüglich Einschränkungen und Rauchverbote, Alkohol- und Drogenkonsum an Bord nicht Folge leistet oder durch sein Verhalten begründete Einwände anderer Fluggäste weckt, kann der Luftfrachtführer die entsprechenden, als notwendig erachteten Maßnahmen treffen, um ein solches Verhalten zu verhindern, einschließlich der Anwendung von Zwangsmitteln, der Verweisung des Fluggastes aus dem Flugzeug nach der Landung und der Verweigerung der Weiterbeförderung sowie von Beförderungen in der Zukunft. Um die Sicherheit des Fluges und Sicherheit und Ordnung an Bord des Flugzeugs zu gewährleisten , ist der Flugkapitän berechtigt, allen an Bord des Flugzeugs befindlichen Personen Anweisungen zu erteilen, und alle Personen an Bord des Flugzeugs sind verpflichtet, diesen Anweisungen Folge zu leisten. Der Luftfrachtführer behält sich das Recht vor, gegenüber einem Fluggast, der einem anderen Fluggast oder dem Luftfrachtführer Schaden zugefügt hat, Ansprüche geltend zu machen.

12.2.
Aus Gründen der Flugsicherheit kann der Luftfrachtführer den Gebrauch von Geräten wie tragbaren Radio und Computern/Laptops, Handys, elektronischen Spielen, Geräten mit Sendefunktion, Radio-Spielzeug und Walkie-Talkies an Bord des Flugzeugs einschränken oder verbieten. Die Benutzung von Hörgeräten und Herzschrittmachern ist gestattet.

12.3.
Der Luftfrachtführer unterrichtet, falls notwendig, die Fluggäste über die Anforderungen betreffend Sicherheit und Ordnung an Bord des Flugzeugs sowie über die Folgen von Verstößen dagegen. Zur Gewährleistung der Sicherheit empfiehlt der Luftfrachtführer, während des ganzen Fluges beim Sitzen angeschnallt zu bleiben. Auf Langstreckenflügen empfiehlt der Luftfrachtführer gleichzeitig, mehrmals einige Übungen gemäß den Anweisungen im Bordmagazin durchzuführen.
 

ARTIKEL 13

ZUSÄTZLICHE LEISTUNGEN

13.1.
Wenn sich der Luftfrachtführer im Rahmen des Beförderungsvertrags selber oder durch eine dritte Person dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um zusätzliche Leistungen zu gewährleisten, so haftet er gegenüber dem Fluggast nur insoweit, als er die Ergreifung solcher Maßnahmen vernachlässigt oder sich während der Erfüllung einer solchen Verpflichtung eine Nachlässigkeit zu Schulden kommen lassen hat, und seine Verantwortung wird unter Berücksichtigung der Bestimmungen von Artikel 16 festgelegt

13.2.
Wenn sich der Luftfrachtführer dazu verpflichtet hat, Bodentransportdienste zu erbringen, können diese anderen Beförderungsbedingungen unterliegen.
 

ARTIKEL 14

VERWALTUNGSFORMALITÄTEN

14.1. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Es unterliegt ausschließlich der Verantwortung des Fluggastes, alle mit seiner Reise verbundenen Vorschriften, Regelungen, Anweisungen, Forderungen und Anforderungen der Staaten zu befolgen, von denen aus abgeflogen wird, die angeflogen oder überflogen werden, sowie auch die Regelungen und Anweisungen des Luftfrachtführers. Der Luftfrachtführer, seine Mitarbeiter, Vertreter und Bevollmächtigten sind nicht verpflichtet, den Fluggästen und dritten Personen Hilfe oder Informationen betreffend die Einholung der notwendigen Dokumente (einschließlich Visa) oder die Einhaltung der geltenden Vorschriften zu erteilen und sind nicht verantwortlich für die Folgen, die der Fluggast trägt, wenn er im Besitz falscher Informationen war, und auch nicht für den Nichterhalt von Dokumenten (einschließlich Visa) oder die Nichteinhaltung der geltenden Vorschriften.

14.2. REISEDOKUMENTE
Der Fluggast ist verpflichtet, alle Einreise- und Ausreisedokumente, Gesundheitszeugnisse und sonstige, auf Grund der Rechtsvorschriften und Anforderungen der zuständigen staatlichen Behörden erforderlichen Unterlagen vorzuweisen und, auf Grund dieser Vorschriften und Anforderungen, dem Luftfrachtführer zu gestatten, Kopien dieser Dokumente anzufertigen und zu behalten. Der Luftfrachtführer behält sich das Recht vor, die Beförderung eines Fluggastes abzulehnen, der sich nicht an die geltenden Rechtsvorschriften und Anforderungen hält oder dessen Dokumente nicht ordnungsgemäß zu sein scheinen oder der die Vorlage solcher Dokumente auf Verlangen des Luftfrachtführers verweigert oder dem Luftfrachtführer das Kopieren und Behalten von Kopien nicht gestattet.

14.3. EINREISEVERWEIGERUNG
Der Fluggast ist verpflichtet, den Flugpreis und die sonstigen Reisegebühren zu bezahlen, wenn der Luftfrachtführer ihn infolge eine Einreiseverweigerung in das Bestimmungsland oder in ein Transitland auf Anordnung der Behörden in das Abflugland oder an einen anderen Ort bringen muss. Der Luftfrachtführer kann zur Deckung dieser Zahlungen die vom Fluggast bezahlten Beträge für ungenutzte Beförderungen sowie andere, im Besitz des Luftfrachtführers befindliche Mittel des Fluggastes verwenden. Der bis zu dem Ort der Abweisung oder Ausweisung für die Beförderung bezahlte Flugpreis wird nicht erstattet.

14.4. HAFTUNG DES FLUGGASTES FÜR BUSSGELDER, STRAFEN UND VERURSACHTE AUSLAGEN
Falls der Luftfrachtführer gehalten ist, Bußgelder oder Strafen zu hinterlegen oder zu zahlen oder sonstige Auslagen zu tragen, weil ein Fluggast die Vorschriften, Anforderungen oder Anweisungen staatlicher Behörden nicht befolgt oder weil er die erforderlichen Dokumente nicht vorgelegt hat, ist der Fluggast verpflichtet, auf Verlangen des Luftfrachtführers den Gegenwert der hinterlegten Beträge, der gezahlten Strafen oder der getragenen Auslagen zu erstatten. Der Luftfrachtführer kann zur Deckung solcher Außenstände vom Fluggast bezahlte Beträge für ungenutzte Beförderungen sowie andere, im Besitz des Luftfrachtführers befindliche Geldmittel des Fluggastes.

14.5. ZOLLKONTROLLE
Auf Verlangen muss der Fluggast bei der Kontrolle seines aufgegebenen und/oder nicht aufgegebenen Gepäcks zugegen sein. Der Luftfrachtführer haftet nicht für Verluste oder Schäden, die dem Fluggast während einer solchen Kontrolle oder infolge der Nichtbefolgung dieser Anforderung entstehen.

14.6. SICHERHEITSKONTROLLE
Der Fluggast ist verpflichtet, sich der Sicherheitskontrolle durch bevollmächtigte Mitarbeiter oder Vertreter der Regierungsbehörden, der Flughafenunternehmen oder des Luftfrachtführers zu unterziehen.
 

ARTIKEL 15

WEITERE LUFTFRACHTFÜHRER

15.1
Zu Zwecken verbunden mit der Anwendung des Übereinkommens gilt eine Beförderung im Luftverkehr, die von zwei oder mehr Luftfrachtführern auf Grund eines Flugscheins oder eines Anschlussflugscheins durchgeführt wird, als eine einzige Beförderung.

15.2.
Im Falle einer Beförderung, die den in diesem Artikel genannten Vorschriften des Übereinkommens unterliegt, kann der Fluggast eventuelle Klagen nur gegen den Luftfrachtführer richten, der die Beförderung vorgenommen hat, während der ein Unfall oder eine Verspätung stattfand, es sei denn der erste Luftfrachtführer hat auf Grund einer ausdrücklichen Vertragsbestimmung die Verantwortung für die gesamte Beförderung übernommen. Betreffend Gepäck und Waren kann ein Fluggast gegen den ersten oder den letzten Luftfrachtführer oder gegen den Luftfrachtführer eine Klage einreichen, der die Beförderung vorgenommen hat, während der Gegenstände zerstört, verloren oder beschädigt wurden oder während der eine Verspätung stattfand. Die Luftfrachtführer haften solidarisch.